DOSSIER RONALD AKKERMAN

von Suzanne van Lohuizen

mit
Jürgen Beck-Rebholz
Bettina Kaminski

Inszenierung:
Reinhard Hinzpeter

Ausstattung:
Gerd Friedrich

Es gibt einen Bereich unseres Lebens, der einfach ignoriert wird, so lange es irgendwie geht. Er hat keinen Platz in unserer Welt allumfassender Versichertheit und reibungslosen Funktionierens. Er verunsichert, er ängstigt uns, er macht uns schlechtes Gewissen, er stellt unsere ganze Art zu leben in Frage. Es ist der Bereich Krankheit und Tod.

"DOSSIER: RONALD AKKERMAN" beschreibt genau diese Welt am Rande unserer Welt. Es erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der an Aids erkrankt und der nicht begreifen kann, daß er sterben muß, der sich wütend ins Leben stürzt und blindlings noch alles zu genießen sucht, der nicht ertragen kann, immer schwächer und gebrechlicher zu werden und immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Und das Stück erzählt die Geschichte der jungen Krankenschwester, die ihn pflegt, die Angst hat vor seiner Krankheit, die sich in ihre Professionalität flüchtet, um die existentielle Katastrophe, mit der sie konfrontiert ist, aushalten zu können, aber die sich trotzdem zunehmend emotional verstrickt, immer mehr Anteil nimmt am Schicksal ihres Patienten und immer unfähiger wird, ein eigenes "normales", "gesundes" Leben zu leben.

"PRESSESTIMMEN: >>Nur wenige Inszenierungen reißen einen richtig mit. ´Dossier:Ronald Akkerman´ ist eines dieser Stücke. ...es konfrontiert mit Themen, die jeden betreffen: Wie gehe ich mit dem eigenen Tod um? Wie reagiere ich, wenn ein nahestehender Mensch an einer schweren Krankheit leidet? Die beiden Darsteller schauen sich fast nie an. ... Wenn sie sich doch einmal ansehen und Nähe zulassen, wenn klar wird, daß sie sich eigentlich mochten, vielleicht sogar liebten, trifft das mitten in Herz.>> FRITZ
>>... die Reduktion erzeugt eine packende Stimmung, der Text wird plastisch: echtes Schauspieler-Theater.>> FRANKFURTER RUNDSCHAU >>... Gleißend weiß wird das Licht, ein Blick auf psychologische Abgründe. Es gibt keinen Täter in dieser Kampfbeziehung, und keinen Sieger. Sondern zwei an der Situation Leidende mit menschlich nachvollziehbaren Regungen.>> OFFENBACH POST >>Das Stück ´Dossier: Ronald Akkerman´ von Suzanne van Lohuizen konfrontiert Patienten wie Pflegekräfte mit der Absurdität ihrer ´Beziehung´, die für beide Seiten auf einer existentiellen Notlage beruht, die den einen Teil mit seiner Hilflosigkeit und den anderen mit seiner Abhängigkeit in eine aussichtslose und gefährliche menschliche Nähe zwingt.>> FAZ
>>Vor fünf senkrecht aufgestellten, grell angeleuchteten Holzfaserplatten lehnen die zwei Schauspieler und ihre Schatten, am linken und rechten Ende postiert, 90 Minuten Rückhalt suchend. Die Kommunikationssituation ist so irreal wie eindrucksvoll. Nach dem Begräbnis kehrt Ronald in Judiths Wohnung und Leben zurück, stellt sie seinem Schicksal erneut gegenüber. ... Die Hände in den Manteltaschen steht er abweisend da, während Judith verzweifelt um Verständnis ringt. Ein einziges Mal blicken sich die beiden an, alleine die Müdigkeit versöhnt sie am Ende. Mit "Tschüß" verabschiedet Judith ihn ins Dunkel. Mehrere Minuten bleibt es ruhig - auch im Publikum. Erst dann darf der schauspielerische Kraftakt beklatscht werden!" Wiesbadener Tageblatt

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