DIE FREMDENFÜHRERIN

von Botho Strauß



mit
Axel Gottschick
Bettina Kaminski

Inszenierung: Reinhard Hinzpeter
Ausstattung: Gerd Friedrich

Eh er sich versieht, ist Martin er in der Mitte seines Lebens angelangt. Er blickt zurück, und plötzlich fragt er sich: Will er das Leben, das er da lebt, überhaupt? Macht es ihn glücklich? Oder stellen sich zunehmend alle Werte und Vorstellungen, nach denen er sein Leben eingerichtet hat, in Frage? - So im Zweifel, will er Abstand gewinnen von seiner eigenen Geschichte und bricht auf nach Griechenland, zu den Ursprüngen der westlichen Kultur, um dort in der alten Welt sich selbst neu zu finden.

Hier begegnet er Kristine, dem leibhaftigen Widerspruch seiner selbst in Gestalt einer Frau. Einer Frau, die so jung ist, daß sie seine eigene Tochter sein könnte. Zwei Generationen und zwei grundsätzlich verschiedene Lebenshaltungen stoßen aufeinander: Er, der Rationalist, der engagierte Aufklärer, der scheinbar alles weiß, der alles ordnen, klären, planen, gestalten will, aber Lust hat an animalischer Sinnlichkeit. Sie, die nicht weiß wohin mit ihrer Kraft, die spontan ihren Gefühlen folgt, die Angst hat, sich festzulegen, zu binden, die immer unterwegs, immer in Bewegung ist, aber doch sich nach Ruhe sehnt, nach Klarheit und Geborgenheit. Gegensätze, die sich anziehen, die sich herausfordern und bekämpfen.

Ein Liebes-Spiel beginnt, eine Klausur für Mann und Frau, eine folie á deux unter der Herrschaft des arkadischen Mittags und seiner plötzlichen Schrecken.

PRESSESTIMMEN: "... so werden die Schauspieler von einer Leidenschaft getrieben, die in einer Stadttheater-Aufführung selten zu finden ist. Die Fremdenführerin (Bettina Kaminski) und der Lehrer (Axel Gottschick) setzen sich immer stärker unter Druck, schießen sich gegenseitig in den Wahnsinn." Theater heute

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