KONZEPT

Das Ensemble hat einen kleinen Kreis von fest engagierten und einen größeren Kreis von freien Mitarbeitern, die aber ständig miteinander in Verbindung stehen. Pro Spielzeit werden zwei, maximal drei Produktionen herausgebracht. Ungefähr sieben Inszenierungen werden im Repertoire gehalten. Wir glauben, daß die Kontinuität der Zusammenarbeit und die verhältnismäßig geringe Zahl der Produktionen eine eigene, persönliche Qualität der Arbeit ermöglicht. Die Auswahl der Stücke kann mit größerer Sorgfalt geschehen. Was ist wichtig? Was beschäftigt die Menschen um uns? Wo steht das Ensemble? Was entspricht seiner künstlerischen und existentiellen Entwicklung? Bei der Auswahl seiner Mitarbeiter wird darauf geachtet, daß Menschen miteinander arbeiten, die wirklich miteinander arbeiten wollen und können, die sich füreinander interessieren, sich aufeinander einlassen, sich gegenseitig fordern und fördern. So können Aufführungen entstehen, die den Zuschauer im Innersten treffen und noch lange bewegen.

KURZBIOGRAFIE

Das Freie Schauspiel Ensemble Frankfurt wird 1984 von Theaterschaffenden gegründet, die nach mehr als 10 Jahren Berufspraxis aus dem Stadttheater hinausgegangen sind, um sich selbst Produktionsverhältnisse zu schaffen, die eine sehr persönliche, lebendige künstlerische Entwicklung ermöglichen. - Die Truppe gastiert mit ihren Aufführungen in der Alten Oper, am Mousonturm und in der Brotfabrik. Seit Sommer 1987 verfügt sie über eine eigene Spielstätte. Es entsteht ein Theater mit ständigem Ensemble und einem breit gefächerten, über Jahre gewachsenen Repertoire: Da stehen nebeneinander das differenzierte Psychodrama DIE FREMDENFÜHRERIN von Botho Strauß, das Antiken-Projekt ANTIGONE ODER DER UNTERGANG DER ALTEN WELT, brillante, emotionsgeladene Chanson-Abende wie FRAUEN BRECHT MÄNNER oder HEUTE NACHT ODER NIE, das karge Sterbebuch DOSSIER: RONALD AKKERMAN von Suzanne van Lohuizen, das seelenvolle Liebesquartett WAHLVERWANDTSCHAFTEN von Johann Wolfgang Goethe usw.

Das Freie Schauspiel Ensemble - inzwischen in der Kommunikationsfabrik - ist in seiner Art eine Rarität. Ein Ensemble bestimmt das Gesicht eines Theaters: durch seine künstlerische Leistung, seine Ästhetik, seine Inhalte, durch seine Vorstellungen von kreativer Zusammenarbeit und von Kommunikation mit dem Publikum und nicht zuletzt durch sein Wirtschaftskonzept. - Die Produktionen des Ensembles werden von Anfang an sowohl vom Publikum als auch von der regionalen und überregionalen Presse hochgeschätzt. 1988 erhält die Truppe den Kunstpreis der Frankfurter Volksbühne, den "Harlekin". Es folgen Einladungen zu den verschiedensten Festivals im In- und Ausland: Studio-Theater-Treffen Gasteig (München), Winterfestival (Hannover), "impulse"-Festival (Nordrhein-Westfalen), Europäisches Theaterfestival des Freien Theaters (Freiburg), Internationales Festival für experimentelles Theater (Kairo). Seit seinem mehrsprachigen EU-Projekt "NACHTASYL - TREFFPUNKT DER TRÄUME" ist das Ensemble auch ein gefragter Partner für internationale Kooperationen.

PRODUKTIONEN

2009
ROSMERSHOLM
von Henrik Ibsen
2008
FERNWEH!
Eine groteske Schlagerrevue für alle ewig Urlaubreifen
2008
SZENEN EINER EHE
von Ingmar Bergman
2008
RABENKIND
von Bert Strebe
2007
KEIN ORT. NIRGENDS
von Christa Wolf
2007
DREI MAL LEBEN
von Yasmina Reza
2007
ELEKTRA
von Hugo von Hofmannsthal
2006
NACHTASYL
nach Maxim Gorki
Europäisches Theaterprojekt
2006
DER PROZESS
nach dem Roman von Franz Kafka
2005
Koproduktion mit Klangbogen Wien
EINE FRAU GRIECHISCHER HERKUNFT
Dramatischer Monolog in Gedichten von Tzimon Barto
2005
Uraufführung // Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
DIE ZEIT DER SCHILDKRÖTEN
von Kerstin Specht
2004
DIE GERECHTEN
nach Albert Camus
2004
KUNST
von Yasmina Reza
2003
HIROSHIMA MON AMOUR
von Marguerite Duras
2003
GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
von Ödön von Horváth
2003
DER KONTRABAß
von Patrick Süßkind
2002
DIE FRAU VOM MEER
von Henrik Ibsen
2002
TÄGLICH BROT
von Gesine Danckwart
2001
DER TOD UND DAS MÄDCHEN
von Ariel Dorfman
2001
KAMPF DES NEGERS UND DER HUNDE
von Bernard-Marie Koltès
2000
GOTT IST EIN DJ
von Falk Richter
2000
MEDEA
nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf
2000
BRUDER EICHMANN
von Heinar Kipphardt
1999
EGMONT
von J. W. Goethe
Ko-Produktion mit Theater Willy Praml
1999
WAHLVERWANDTSCHAFTEN
nach dem gleichnamigen Roman von J.W. Goethe
Ko-Produktion mit Theater Willy Praml
1998
BRIEF EINER UNBEKANNTEN
von Stefan Zweig
1998
PTERODACTYLUS
von Nicky Silver
1997
DOSSIER: RONALD AKKERMAN
von Suzanne van Lohuizen
1997
HEUTE NACHT ODER NIE
Fragmente einer Diva. Chansons der Ufa-Stars
1996
DIE FREMDENFÜHRERIN
von Botho Strauß
1996
ICH ZIEH MICH AN UND LANGSAM AUS
One Woman Show
1996
LEONCE UND LENA oder
WIR HABEN WOHL ALLES ANDERS GETRÄUMT

nach Georg Büchner
1995
FRAUEN BRECHT MÄNNER
Lieder und Lyrik von Bertolt Brecht
1995
LEDERFRESSE
von Helmut Krausser
1994
COSI FUN TUTTI
Eine musikalisch-literarische Revue
1994
DAS FIEBER
von Wallace Shawn
1992
A MELANGE, A MUSI, A MELANCHOLIE
Wiener Kaffeehaus-Literatur und a bisserl mea
1992
NACHTWACHE
von Lars Norén
1991
DER MENSCH, DAS TIER UND DIE TUGEND
von Luigi Pirandello
1991
DIE ZOOGESCHICHTE
von Edward Albee
1990
DER SIEGER
nach Nikolai Gogols "Tagebuch eines Wahnsinnigen"
1990
KASPERL AM ELEKTRISCHEN STUHL
von Konrad Bayer
1989
SO SCHÖN...SCHÖN WAR DIE ZEIT
Eine Schlagerrevue der 50er und 60er Jahre
1989
ICH HABE SEHNSUCHT NACH LUFT UND LACHEN
Eine Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank
1989
ANTIGONE ODER DER UNTERGANG DER ALTEN WELT
nach Aischylos/Sophokles/Hölderlin
1988
DIE FREUDEN DER LIEBE, SIE DAUERN NUR EIN ‘HUI
Texte und Lieder über die Liebe
1988
AGATHA
von Marguerite Duras
1987
SPIEL’S NOCH MAL, SAM
von Woody Allen
1986
DIE ZOFEN
von Jean Genet
1985
MEIN HERBERT
von Herbert Achternbusch
1984
DER UNTERGANG DER TITANIC
von Hans Magnus Enzensberger