von Yasmina Reza mit |
![]() |
Die Freundschaft von Serge, Ivan und Marc wird auf eine harte Probe gestellt. Serge hat ein Bild gekauft, ein Ölgemälde, ein Meisterwerk - ein Meter sechzig auf ein Meter zwanzig, weiß. Kostenpunkt: 200.000 Francs. Marc findet seinen Kauf einen Verrat an der gemeinsamen Weltsicht. Ivan möchte sich nicht entscheiden müssen. In einem turbulent-komischen Diskurs loten die Freunde die Tiefen, die Wahrhaftigkeit ihrer Freundschaft aus. Sind die drei noch zu retten? Hält die Freundschaft den Wogen der Gegensätze stand?
Yasmina Reza dringt auf eine Weise in die Abgründe männlicher Sozialstrukturen vor, dass man glauben könnte sie wisse mehr über die Männer als die Männer selbst. Sie erhielt für die 1994 in Paris uraufgeführte Komödie „KUNST“ nicht nur den renommierten französischen Theaterpreis Prix Moliére, das Stück wurde in allen Kontinenten herausgebracht und machte sie zu eine der weltweit meistgespielten Dramatikerinnen.
PRESSESTIMMEN:
aus: FRANKFURTER RUNDSCHAU
>>...Regisseur Axel Siefer aber will mehr: Ein dezenter Hauch von Savoir-vivre schwebt durch den angedeuteten Salon auf der Bühne; eine Art gediegene Arena für den Schaukampf zwischen drei intellektuellen Streithähnen, der sich im Laufe des Stückes entfalten wird. Als die Gladiatoren schließlich aufgelaufen sind, erinnert ihr Treiben an die bissigen Bourgeoise-Satiren, die Claude Chabrol in seinen Filmen der Oberschicht der Grande Nation so gerne angedeihen lässt.
Der Stein, der den Streit ins Rollen bringt, ist schneeweiß, misst Einszwanzig mal Einssechzig und hat seinen Besitzer ein kleines Vermögen gekostet: Der Dermatologe Serge, den Reinhard Hinzpeter als eitlen Kunst-Feinschmecker gibt, hat das Stück abstrakter Malerei erstanden. ´Weißer Scheiß`, wie zunächst sein Freund Marc (Axel Siefer), dann aber auch der opportunistische Grummler Ivan (Heinrich Cuipers) befindet.
Doch die süffisante Diskussion über die Grenzen der Kunst ist nur das - wenn auch intellektuell vergnügliche Symptom - eines tieferliegenden Konflikts zwischen den drei Freunden. Behutsam und um die Nuance bemüht, dringt Siefers Inszenierung Schicht für Schicht zur Wahrheit vor; zeigt die gekränkten Eitelkeiten empfindsamer alter Männer, die sich längst fremd geworden sind. Und sich gegenseitig mit Worten und Gesten zerfleischen, als seien sie dreißig Jahre verheiratet.
Hinter der ironischen Fassade des Abends lauert sie also doch noch, die melancholische Frage danach, was Menschen, zumal Freunde, eigentlich verbindet. Immer wieder geben die Schauspieler mit ihrem untrüglichen Gefühl für Timing dem Zuschauer in Momenten des Schweigens die Möglichkeit, in sich selbst hineinzuschauen...>>
aus: FRITZ- Das Magazin
>>...Dank hervorragender schauspielerischer Leistung von Reinhard Hinzpeter, Heinrich Cuipers und Axel Siefer gelingtein hochdifferenziertes und aufwühlendes Vexierspiel zwischen drei Freunden, die sich peu á peu ihre Macken gegenseitig vorhalten und Wunden, die im Verlauf von 20 Jahren Freundschaft entstanden sind, aufreißen...>>
aus: Rhein-Main.net
>>...Zum Schreien komisch sind die Streitgespräche der drei extrem unterschiedlichen Charaktere...>>