nach dem gleichnamigen Roman mit Dagmar Casse |
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"Keine Lüge ist zu plump, als dass die Leute sie nicht glauben. Der Mensch schont sich, wenn er es irgend einrichten kann." - Wer will wirklich wissen, dass seine Macht, sein persönliches Glück, sein Leben in Wohlstand - auf dem Elend, der Unterdrückung und der Vernichtung anderer Menschen aufgebaut ist. Und was, wenn es ein Fremder ist, der diese Wahrheit offenbart?
MEDEA - wie Christa Wolf sie beschreibt - ist nicht die böse Frau, die Kindsmörderin, die Hexe. Sie ist vor allem die Fremde, die Frau zwischen zwei Welten, die ihre Heimat verlassen hat, weil sie den moralischen Niedergang dort nicht ertrug, die aber keinen neuen Ort findet, wo sie ihren Traum von Menschlichkeit leben kann.
"Es ist fantastisch, wie die Casse von Rolle zu Rolle schlüpft, wie sie bis zum Äußersten geht, als Medea Tränen überströmt nur aus Schmerz und Verzweiflung besteht, wie sie den Stolz dieser Frau, ihre Unbestechlicheit zum Ausdruck bringt und sie zugleich den politischen Duckmäuserverhältnissen entgegensetzt. Und bewundernswert, wie Dagmar Casse - kurzer Licht- und Platzwechsel - jäh ein völlig anderer Mensch sein kann, böse, triumphierend, schlau, kleinlich, je nachdem, welcher Figur sie gerade ihre Stimme leiht oder richtiger: Wen sie gerade intoniert. Denn auch das gehört zur stupenden Kunst dieser Schauspielerin, sich auf ihre Figuren im Wortsinn einzustimmen und alles Weitere aus ihrer je eigenen Tonart zu entfalten." Frankfurter Rundschau