nach Maxim Gorki
Eine Kooperation
- Presernovo Gledalisce Kranj (SI)
- Teatr im. Slowackiego Krakau (PL)
- Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt (D)
// Besetzung
// Programmheft
// Fotos
Inhalt
"NACHTASYL" erzählt von Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben: von Arbeitslosen, Falschspielern, Drogensüchtigen, Prostituierten, Kleinkriminellen, Alkoholikern und Lebens-künstlern. Aber keiner von diesen Menschen hat aufgehört zu träumen. Zu träumen, das Elend hinter sich zu lassen, wieder gefragt zu sein auf dem Markt der ungeahnten Möglichkeiten, einmal ganz oben zu stehen und allen Miesmachern die lange Nase zu zeigen oder doch noch den Mann, die Frau fürs Leben zu finden.
Und wenn sie nicht von Morgen träumen, dann träumen sie von gestern: von ihrer großen Vergangenheit, als sie das Sagen hatten und das dicke Geld machten, als sie der berühmte Star waren und von allen gefeiert. Und wer weder von Gestern noch von Morgen träumt, der glorifiziert sich selbst im Hier und Jetzt. Das kommt einem alles irgendwie bekannt vor.
Inszenierung
Mit 14 Schauspielern aus den drei EU-Ländern Slowenien, Polen und Deutschland proben wir in drei Monaten und an den drei Orten: Frankfurt, Kranj und Krakau, das Stück ”Nachtasyl" von Maxim Gorki. Ein Theaterstück, das im Westen wie im Osten zu den Meisterwerken der Theaterliteratur zählt und großen Einfluss hatte auf die Entwicklung des realistischen Theaters im gesamten Europa.
Heute bekommen die zentralen Konflikte aus dem Drama "Nachtasyl", wo Menschen Arbeit und Familie verlieren, eine neue beklemmende Aktualität. In vielen Ländern der EU ist eine große Anzahl von Menschen ohne Beschäftigung. Immer wieder verlassen Menschen von einem Tag auf den anderen ihre Heimat, um wo anders ihr Glück zu versuchen. Doch immer öfter irren viele ohne Ziel durch eine Welt der Mega-Angebote und reiben sich auf in einem Kampf jeder gegen jeden.
Sie kämpfen um Liebe, um Jobs, um Wohnraum und um Konsumgüter. Die Aufhebung der Grenzen in Europa hat ihnen nicht geholfen. Sie wechseln die Länder und die Sprachen, aber haben doch keine Perspektive. Da im “Nachtasyl der Gegenwart” Menschen verschiedener Nationalitäten aufeinandertreffen, die verschiedene Sprachen sprechen, werden auch die Schauspieler bei der Aufführung in ihrer Muttersprache sprechen und sich nur gelegentlich des Englischen als Hilfsmittel bedienen.
Innenansichten
Das Ensemble wird aus vier slowenischen, sechs polnischen und fünf deutschen Schauspielern bestehen. Es werden Künstler miteinander arbeiten, die sonst - eingeschlossen in unterschiedliche Sprachräume - einander nie begegnen würden. Regie führt der Leiter des Freien Schauspiel Ensemble Reinhard Hinzpeter, aber wie bei allen seinen Inszenierungen wird auch bei dieser der Schauspieler die zentrale kreative Kraft der Theaterarbeit sein. Die Schauspieler werden ihre ganz eigene Phantasie, ihre Lebenserfahrung, ihre Weltsicht, ihre Emotionalität, ihre Utopie einbringen.
Mit dem dazugehörenden Rahmenprogramm “Café Europa” wird es eine Veranstaltungsreihe in allen drei Ländern geben, die aus interaktiven Events wie “Lyrik-Dinner”, “song-writing-session” und “Theaterworkshop” besteht. Damit wollen wir den Zuschauern ein kreatives Forum bieten, bei dem sie aktiv an den künstlerischen Prozessen teilnehmen können. Die Revue "Café Europa" präsentiert die Ergebnisse,zeigt kurze Ausschnitte aus der Probenarbeit zum NACHTASYL und beschliesst die einmonatige Probenphase im jeweiligen Land ( in Frankfurt am 11.August ).
Das Projekt “Nachtasyl - Treffpunkt der Träume” ist nur ein Anfang. Langfristig planen wir, durch die Zusammenarbeit mit immer neuen Kooperationspartnern in der EU, ein Netzwerk von Theatern und Künstlern aufzubauen, das den Europäern ein Spiegelbild sowohl ihrer Vielgesichtigkeit als auch ihrer Gemeinsamkeit sein kann. Unsere internationalen Inszenierungen werden mitwirken an der Bildung einer europäischen Identität, die lebendig bleibt, weil sie die kulturelle Vielfalt fördert.
Idee
In unserem vereinten Europa treffen immer mehr Menschen aus immer mehr Nationalitäten zusammen und sprechen immer mehr Sprachen. Heute und auch in Zukunft wird Englisch, vor allem im Wirtschaftsleben, eine große Rolle spielen. Was aber ist, wenn es um die kulturelle Identität und Vielfalt und um das alltägliche gesellschaftliche Miteinander geht?
Wäre es dann nicht besser, wenn wir uns in einem neuen Europa aus Ost und West - auch unter dem Druck der Globalisierung - nicht blind angleichen, sondern unsere irritierende Verschiedenartigkeit, auch die unserer Sprachen, bewahren und uns zugleich öffnen für intensive kulturelle Begegnungen, die den Blick weiten auf neue existenzielle Horizonte?
Mit unserem europäischen Theater-Projekt wollen wir den Blick lenken auf die Kultur, die Weltsicht und die Sprache der Anderen. Mit Künstlern aus verschiedenen Kultur- und Sprachräumen arbeiten wir an dem gemeinsamen Ziel, innovative Impulse zu geben für eine neue Sprache des europäischen Theaters. Ein Sprache, die die Grenzen von Nationalsprachen und -kulturen überschreitet, aber deren inspirierende Vielfalt bewahrt und fördert.
Aufführungstermine
Krakau - Premiere / Polen
15.September 2006
weitere 16.- 19.September
Aufführungstermine
Frankfurt - Premiere / Deutschland
24.September 2006
weitere 26.September - 1.Okober
Aufführungstermine
Kranj - Premiere / Slowenien
6.Oktober 2006
weitere 7.Oktober - 21.Okober