von Tzimon Barto |
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Eine poetische Installation aus Klang- und Bilderfluten.
Der amerikanische Lyriker Tzimon Barto ist als Konzertpianist weltberühmt. Das Frankfurter Publikum kennt ihn aus zahlreichen Auftritten in der Alten Oper.
Der lyrische Monolog einer Frau, die nach dem Scheitern ihrer Ehe und dem Tod ihrer drei Kinder aus den gesicherten Zusammenhängen ihres bürgerlichen Lebens herausfällt und die herumirrt, obdachlos, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land, und der sich alle Fragen des Lebens neu stellen.
Erinnerungen, Landschaften, Schmerzen, Gedankenspiele, Tagebuchblätter, Kunstwerke, Aphorismen, Inschriften durchfluten sie: Bruchstücke einer verlorengegangenen Welt, fragwürdig, unbegreifbar, verheißungsvoll und nichtig zugleich. Zeichen, die sie nicht mehr deuten kann.- Und mit diesen Bewußtseinsspiegelungen verweben sich Klangfetzen eines Musikstücks von Wolfgang Rihm, geschrieben für ein Piano, sporadische Versuche, ein Gefühl zu fassen, das immer wieder entgleitet.
PRESSESTIMMEN
aus KRONEN ZEITUNG:
"Tzimon Barto, weltberühmter Pianist, ist auch Lyriker, der nun seinen ersten Lyrikband `a lady of greek origin` vorstellte.
In 28 Gedichten erzählt er von einer drogenabhängigen, schuldlos geschiedenen Amerikanerin `griechischer Herkunft`. Durch den Tod ihrer drei Kinder fällt sie aus den gesicherten Zusammenhängen ihres bürgerlichen Lebens, irrt umher, von Stadt zu Stadt, obdachlos. Die sprachlich fabelhafte Bettina Kaminski gestaltet diesen Monolog - Regie: Reinhard Hinzpeter - minutiös, spannend, erschütternd. Ihre Stimme ist unglaublich flexibel. Der Text fließt gleichsam ins Geschehen. Einmal spielt sie Komödie, dann gibt sie sich tragisch. In den 80 Minuten geht Kaminski bis an Grenzen des Ausdrucks.
Erinnerungen, Schmerz, Gedankenspiele fügen sich zu Bewußtseinsspiegelungen, mit denen Barto Wolfgang Rihms Klavierstück Nr.6 ( Bagatellen, in mechanischer Pianola-Reproduktion ) verwebt. Ein Gefühl, das immer wieder entgleitet, wird fassbar."
Zum Dichter BARTO
1963 in Zentral Florida geboren, schreibt Barto es seiner Grossmutter zu, ihn schon als Kind füer Opern interessiert zu haben. Um den gesungenen Text zu verstehen, begann er Sprachen zu studieren, in denen sie geschrieben wurden. Im Alter von 8 Jahren schrieb er eine Oper, mit Text, – einer 10-jährigen gewidmet. Mit 14 lernte er deutsch und französisch. Um 20 kam italienisch und kuerzlich spanisch hinzu. Alle Sprachen spricht er fliessend. Er liest Altgriechisch, Latein und biblisches Hebraeisch.
Seine musikalische Ausbildung an der Juilliard School for Music in New York und seine spätere Karriere als Pianist liefen zeitgleich.
Die Einflüsse der Bibelstudien während seiner Jugend in einem religiösen Umfeld brachten Einsicht in die numerische Bedeutung der heiligen Schrift. Persönliche Erfahrungen führten schliesslich zum “Ausbruch’ von poetischem Schreiben, das zu aller erst als eine musikalische, zeitgenössische Komposition in den späten 80er Jahren begann. Dazu begann Barto seinen Wissenshunger mit Literaturstudium und Naturwissenschaft und – philosophie zu füttern, prägend für Schreibstil und Themenbreite.
‘Seine Gedichte’ gehören zu - oder sind Auszüge von einem massiven Zyklus von 3367 poetisch-literarischen Segmenten, die er dieses Jahr fertigstellte. Einzelne Gedichte beginnen hier und da isoliert aufzutauchen – sein erster Gedichtband jedoch wurde 2001 vom Radius Verlag in Stuttgart publiziert. Zweisprachig, in Üebersetzung von Antje Ellermann und Christoph Eschenbach erzählt das Buch “a lady of Greek origin” – “eine Frau griechischer Herkunft” (ISBN 3-87173-230-3) die wahre Geschichte einer drogenabhängigen Frau und den Grund ihrer ‘Un-existenz’ in 28 Gedichten in einem 24 Stunden Ablauf. Analogien hierzu können im ‘Grundriss’ der Apostel Briefe der Bibel gefunden werden. Barto’s eigene Zählung biblischer Characteristica addiert sich zu der Zahl 70707, die eine Rolle in der Struktur seiner Gedichte spielt – im englischen Text finden sich entsprechende Unterstreichungen und ein System von 21 Punkten, die diesen Aspekt reflektieren.
Neben der stukturellen Anlehnung ist seine Dichtung nicht von religiösem Charakter. Eher ist es, wie die Saarbrücker Zeitung schrieb: ´sein eigenes Universum´.
Barto: “ich entschuldige mich nicht für den musikalischen ‘Ton’, der den Gedichten zu Eigen ist - . . .” “ . . .Poesie beginnt zu verkümmern wenn sie sich zu weit von Musik entfernt . . .” (Ezra Pound)